Müller-Gysin AG - international transports

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Bye, bye Brüssel - und was dann?

Die Zeit läuft und der Druck auf die britische Regierung wird immer grösser. Kaum einer ist sich wirklich bewusst, was auf ihn zukommen wird, sollte es denn tatsächlich zu einem "harten" Brexit kommen. Würde es dazu kommen und müsste Grossbritannien die EU in einem solchen Falle ohne Übereinkunft über das künftige Verhältnis und ohne Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen verlassen, welches Chaos würde eine solche Situation auslösen? Alleine in Bezug auf die Logistikbranche muss man sich bewusst sein, dass rund 95 Prozent der täglich 12'000 LKWs, die den Hafen von Dover frequentieren, Waren transportieren, die aus oder in die EU geliefert werden. Tritt Grossbritannien ohne vorteilhaftes Abkommen zur Zollunion aus der EU aus, müssen diese kontrolliert werden. Dies mit schweren Folgen, denn steigt die Abfertigungzeit um lediglich zwei Minuten, würden sich auf beiden Seiten des Kanals Staus von über 17 km Länge bilden. Zudem gibt es längstens nicht genug Kapazität, um die notwendigen Kontrollen direkt am Hafen durchzuführen. Das Chaos auf den Strassen und an den Häfen in Dover und Calais wäre so gross, dass die britische Autobahnbehörde bereits an einem Notfallplan sitzt: so soll die M26 , ein 16 km langer Autobahnabschnitt im Süden Englands so umgebaut werden, dass die Strecke notfalls als Parkplatz für Tausende LKWs dienen kann.

Obwohl die britische Regierung bislang 7'000 Beamte zusätzlich eingestellt hat, fehlen immer noch über 9'000 weitere Beamte für Zoll- und Grenzkontrollen, denn mehr als 200'000 mittelständische Unternehmen müssten dann für den Warenverkehr mit der restlichen EU Zolldokumente ausfüllen und einreichen. Zudem fehlen 10'000 Zolldeklaranten und allein die Ausbildung dauert zwischen 2 - 4 Jahren!

Noch ein weiteres Problem: monatlich werden 45 Millionen Medikamente von Grossbritannien in die EU geliefert. Nicht nur, dass diese vermutlich nicht rechtzeitig geliefert werden könnten, da der französische Hafen in Calais durchgehend verstopft wäre. Hinzu kommt auch noch ein weiteres Problem, denn Medikamente aus Drittländern müssen in der EU im Labor getestet werden, da sichergestellt werden muss, dass diese auch wirklich den angegebenen Wirkstoff enthalten und dass die Medikamente gemäss den EU-Vorschriften hergestellt wurden.

Und warum würde der Salat im Winter knapp? Der in Grossbritannien konsumierte Salat wird fast ausschliesslich von Spanien geliefert. Durch die zusätzlichen Grenzkontrollen im Falle eines "harten" Brexits und die dadurch entstehende Verzögerung, käme der nur wenige Tage frische Salat zu spät im Handel an, so dass dieser nicht mehr angeboten werden könnte.

Dies sind nur ein paar wenige Szenarien, sollte es tatsächlich noch zu einem "harten" Brexit kommen. Wir hoffen jedoch, dass man nun die Zeit nutzt und vernünftige Lösungen für einen "weicheren" Brexit finden wird.

 

 

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